MIREILLE MATHIEU

* 22.7.1946 in Avignon (Frankreich)

als älteste von 12 Geschwistern. Vater Steinmetz. Zunächst Arbeit in einer Fabrik. Entdecker und Manager Johnny Stark nach einem Talentwettbewerb in Avignon. Auftritte im Pariser "Olympia".

1965 erster TV-Auftritt. 1966 erste Platte "Mon credo". "Nachfolgerin" der Edith Piaf. 1966 Deutschland-Tournee (mit französischen Chansons), 1970 Auftritte in der Pariser "Opera Comique" ("Fledermaus"). 1971 Deutschland-Tournee (28 Städte), Siegerin des "Deutschen Musik-Polls" 1971/11. Singt Schlager mit Pariser "Flair". Beliebtester Plattenstar in Ost-Berlin (Konzerte in der DDR).

Bekannte Titel: "Qu'elle est helle", "Messieurs les musiciens", "Au revoa.","Histoire d'amour", "Es geht mir gut, Chérie", "Hinter den Kulissen von Paris", "Ganz Paris ist ein Theater", "An einem Sonntag in Avignon", "Pariser Tango", "Akropolis adieu". Produzent: Gerhard Hämmerling.
 

Das deutsche Publikum weiß schon alles über sie, wir wollen also nicht die Geschichte ihres Lebens noch einmal aufrollen. Erinnern wir nur daran, daß sie 1947 in Avignon geboren wurde.

Mireille ist heute in aller Welt die Heldin eines modernen Märchens, das man "My Fair Lady 1965" nennen könnte, in dem ihr Schöpfer und Gebieter Johnny Stark die Rolle des Professors Higgins gespielt hätte. Er entdeckte sie 1965 in Paris und machte aus ihr eines der bedeutendsten Denkmäler des internationalen Show Business. Das Grundmaterial war ja vorhanden: Eine sehr gute Stimme, eine überaus gelehrige Natur, ein hübsches Gesicht und vor allem die ausgeprägte Bereitschaft, 10 Stunden am Tag hart zu arbeiten, um immer besser, immer perfekter zu werden.

Ob man die Sängerin Mireille Mathieu mag oder nicht, eines muß man ihr lassen: Sie opfert sich buchstäblich für ihr Publikum, das sie überalles liebt und respektiert. Dennoch fehlt ihr etwas Entscheidendes: Glaubwürdigkeit. Eine französische Zeitung schrieb kürzlich: "Wenn sie auf der Bühne steht, strahlt sie Neutralität und Abwesenheit aus. Ihre Stimme ist wunderschön und könnte uns sicher berühren, aber dafür müßte Mireille aus der Haut der ferngesteuerten Puppe endlich entschlüpfen!"

Heute, mit ihren 29 Jahren, ist sie auch alt genug, um zu wissen, daß für jedes Aschenbrödel die Stunde einmal schlägt. Es bleibt ihr nur noch eine Galgenfrist. Hoffentlich erwacht sie, bevor das Publikum einschläft. Falls ihr Repertoire nicht bald "bunter" wird, könnte es leicht passieren.
 
 
A) An einem Sonntag in Avignon
B) Au revoir mon amour
Ariola 14 521 AT (1970)
A) Es geht mir gut, Cherie
B) Meine Welt ist die Musik
Ariola 14 626 AT (1970)
A) Der Pariser Tango
B) Wann kommst du wieder
Ariola 10 155 AT (1971)
A) La Paloma Ade
B) Mein letzter Tanz
Ariola 12 995 AT (1973)


 
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